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JARA-ENERGY Talks mit Dr. Johannes Teyssen

Dr. Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der E.ON SE, spricht über Innovationen im Zuge der Energiewende und deren Hindernisse.

Am 15. Februar 2018 fand im Super C der RWTH Aachen die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe „JARA-ENERGY Talks“ statt, die im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) vom Forschungscampus FEN, dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen organisiert wird.

Ehrengast des Abends war Dr. Johannes Teyssen, der in seinem Vortrag „Innovationen – die wichtigste Energiequelle der Zukunft“ einen teils kritischen, aber gleichzeitig auch optimistischen Blick auf die Energieversorgung von morgen richtete.

Die Bedeutung von Innovationen im Energiesektor war das Kernthema des Abends. In diesem Kontext sieht der Vorstandsvorsitzende der E.ON SE die Einbindung von bereits bestehenden Erneuerbaren Energien als einen wichtigen Schritt, da diese großes Potential für zukünftige Innovationen besitzen, etwa wegen ihrer breiten Verfügbarkeit. Entscheidend ist dabei jedoch, dass Erneuerbare Energien nicht nur einfach genutzt, sondern auch effizient beherrscht werden. Dies bedarf wiederum technisches Wissen und Können.

Dr. Teyssen betonte, dass Innovationen nicht allein aus Forschungseinrichtungen kommen, sondern auch aus den Industrieunternehmen. Für Deutschland sieht er da noch Platz nach oben, denn als „Heimat der Energiewende“ sind wir auf internationaler Ebene beispielsweise im Windsektor tendenziell zurück gefallen. Auch im Photovoltaik-Sektor ist die europäische Industrie durch den großen internationalen Wettbewerb weitestgehend aus dem Markt ausgestiegen, was Dr. Teyssen durch fehlende Innovationen in der PV-Technologie begründete.

Die Frage nach Hindernissen von Innovationen sowie deren Durchsetzung und Akzeptanz, insbesondere im deutschen Energiesektor, waren weitere Punkte, die Dr. Teyssen ansprach. Die Digitalisierung und Datenentwicklung sind bereits große Bestandteile von Innovationen geworden – auch im Bereich Energiesysteme und -versorgung. Doch Datenschutzrichtlinien und E-Privacy sieht der Experte hier als besonders hinderlich für die Entwicklung dieser Ebene. Darüber hinaus stellt die gesellschaftliche Akzeptanz von Innovationen eine weitere Hürde dar: Zum einen ist da die Angst vor dem technischen Fortschritt, etwa in Form von Robotern oder künstlicher Intelligenz, und die Frage, ob er den Menschen dient oder sie irgendwann gänzlich ersetzt. Letztendlich sollen Innovationen einer breiteren Masse dienen und nicht nur einer kleinen gesellschaftlichen Gruppe – diesen Trend sieht Dr. Teyssen jedoch in der heutigen Entwicklung.

Im Hinblick auf die Energiewende gibt es allerdings sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene zwei klar erkennbare Parteien: die Skeptiker und die Optimisten. Darum appelliert Dr. Teyssen an die Politik für mehr Aufklärung und gesellschaftliche Debatten zur Verbesserung der Innovationen im Energiebereich.

Was kann man also tun um Innovationen voranzutreiben? Trotz kritischen Worten beantwortet Dr. Teyssen dies am Ende optimistisch. Sowohl Forschung als auch Industrie sollen nun nicht mutlos werden, sondern lieber den Kampf gegen die Hindernisse aufnehmen. Ein entscheidender Schritt dafür sind Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Stromnetze der Zukunft sollen darüber hinaus intelligent vernetzt und kosteneffizient umgestaltet werden – dabei ist eine Unterstützung der Digitalisierung der Stromnetze besonders wichtig. Und letztendlich muss sich sowohl die Forschung als auch die Industrie vor Augen führen: Innovation bedeutet immer das Zu-Ende-Denken einer Idee für die Menschen und die Gesellschaft.

2018-02-20T09:07:20+01:00 20. Februar 2018|Pressemitteilung|