/Bürgerinnen und Bürger diskutieren über die Stromnetze für die Energiewende

Bürgerinnen und Bürger diskutieren über die Stromnetze für die Energiewende

Diskussionsforum Stromnetze erläutert Chancen und Veränderungen im städtischen Raum

Am 11. Juni luden der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) und die StädteRegion Aachen zum dritten Diskussionsforum Stromnetze in das Haus der StädteRegion Aachen ein.

In seiner Begrüßung hob Thomas Pilgrim (kommissarischer Dezernent für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz und Leiter des Umweltamtes der StädteRegion Aachen) die Bedeutung der Stromnetze hervor. Gerade im Zusammenhang mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der E-Mobilität rücken die Stromnetze immer mehr in den Vordergrund.

Mit der Zunahme des Stroms aus erneuerbaren Energie müssen auch die Stromnetze, die einen tragenden Pfeiler in der Energieversorgung darstellen, angepasst werden. Welche Chancen und Veränderungen der Netzaus- und umbau für den städtischen Raum mit sich bringt, wurde im Rahmen des Vortrages erläutert und anschließend intensiv diskutiert.

Frau Dipl.-Ing. (FH) Sandra Sieber vom Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen veranschaulichte zunächst, wie sich das Stromnetz verändert. Das „alte“ Stromnetz war so konzipiert, dass die Versorgung von einem Kraftwerk ausging. Die Stromversorgung heute hingegen besteht aus deutlich mehr Produzenten, z. B. in Form von Photovoltaikanlagen und mehr Konsumenten, beispielsweise in Form von Ladesäulen. Das Stromnetz wird dadurch deutlich komplexer und die Bedeutung der Mittel- und Niederspannungsnetze nimmt zu. Die Energiewende und der Netzausbau finden nicht nur auf unterschiedlichen Ebenen im Stromnetz statt, sondern auch auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen, im Quartier, in der Region und auf transnationaler Ebene.

Im städtischen Raum können Gleichstromnetze ein Baustein der Netztransformation sein. Hierdurch kann der Entwicklungsdruck von Photovoltaik- und Windkraftanlagen auf Flächen im Umland reduziert werden und die Energieproduktion der Stadt intensiviert werden. Durch Stromspeicher könnte der durch die Sonne produzierte Strom gespeichert und direkt von Ladesäulen genutzt werden. In diesem Zusammenhang hob Frau Sieber hervor, dass Gleichstrom und E-Mobilität sich im städtischen Raum gegenseitig befördern können.

Auch Dipl.-Ing. Benjamin Casper vom Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen forscht im Rahmen des Forschungscampus FEN im Bereich der Gleichstromnetze. In seinem Beitrag stellte er Beispiele für störende Freileitungen in Städten vor und beschrieb die Vorteile der unterirdischen Gleichstromkabel, auf die jederzeit zurückgegriffen werden kann, beispielsweise für die Versorgung von Ladesäulen entlang von Bundesstraßen.

In der anschließenden Diskussion wurde sich rege über das Vortagsthema ausgetauscht. Zum Beispiel über die technischen und finanziellen Umsetzungsmöglichkeiten der genannten Maßnahmen. Die beiden Referenten zeigten auf, was möglich ist und verdeutlichten die Vielzahl an Möglichkeiten, die es gibt ein Gleichstromnetz zu etablieren. Ob sich dies allerdings durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Vom Büro, über Fertigungsstraßen in Fabriken bis hin zu Rechenzentren, gibt es bereits einzelne Gebäude, die statt mit Wechselstrom mit Gleichstrom versorgt werden.

 

2018-06-29T10:48:38+00:00 12. Juni 2018|Pressemitteilung|